Neben einer aktivierenden Pflege sind umfassende therapeutische Maßnahmen notwendig, um die Teilnahme am sozialen Geschehen zu ermöglichen. Wichtig ist hierbei die Übertragung des Gelernten in den Alltag bzw. die alltagsorientierte Behandlung.

Physiotherapie

Nach Abschluss der Rehabilitation wird die Therapie, nach Rücksprache mit dem Haus- bzw. Facharzt, individuell auf den Bewohner abgestimmt und durchgeführt. Mit einer spezifischen, therapeutischen Behandlung soll das Ausführen ganz normaler Bewegungen wieder erlernt werden, bis hin zu komplexeren Aktivitäten und Bewegungsabläufen. Der Bewohner gewinnt wieder eine Basis für selektive Bewegung und Haltung.

Dabei arbeitet die Krankengymnastik auf neurophysiologischen Grundlagen nach dem Bobath-Konzept. Der interdisziplinäre Charakter dieses Konzeptes eröffnet auf der Basis normaler Bewegung die nahtlose Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen. Das Pflegepersonal wird fortlaufend über die optimale Lagerung und Mobilisation der Bewohner informiert.

Ergotherapie

Mittelpunkt der Ergotherapie ist die sensomotorisch funktionelle Behandlung der Bewohner. Ziel ist es, Spannungszustände zu regulieren, um Bewegungen und Bewegungsabläufe anbahnen zu können (Tonusregulation). Gleichzeitig sollen Gelenke mobilisiert und ihrer Versteifung entgegengewirkt werden (Kontrakturprophylaxe). Lässt sich der Muskeltonus gut regulieren und sind Bewegungsansätze oder Bewegungen möglich, werden diese genutzt, um die Selbständigkeit der Bewohner bei den Aktivitäten des täglichen Lebens zu fördern.

Die größtmögliche Eigenständigkeit unserer Bewohner ist das oberste Ziel. Sollte es nicht gelingen, einzelne Funktionen wieder zu erlangen, werden sie in Kompensationsstrategien neu erlernt. Unterstützt wird der Weg zur Selbständigkeit auch durch Hilfsmittel und andere Teilbereiche der Ergotherapie.

Wahrnehmungsstörungen werden durch den Einsatz von verschiedenen Therapiematerialien/-mitteln und der sensomotorisch funktionellen Behandlung berücksichtigt und vermindert.

Die Zielsetzung der individuellen Therapien wird nach Rücksprache in den Teamkonferenzen aller beteiligten Berufsgruppen definiert. Sofern es möglich ist, werden die betreffenden Bewohner und deren Angehörige in diesen Prozess einbezogen.

Logopädie

Auch die Behandlungsschwerpunkte in der Logopädie werden auf die individuellen Störungen des Bewohners abgestimmt. Maßnahmen sind zum Beispiel Atemtherapien, Bewegungsübungen zum Anbahnen der Sprechfunktion oder der Nahrungsaufnahme, oder allgemeine Stimulationen zur Kommunikation.

Darüber hinaus unterstützen unsere Logopäden die verbale Integration in die Gemeinschaft, indem sie anderen Bewohnern und Betreuern zeigen oder mitteilen, in welcher Form mit den Betroffenen kommuniziert werden kann.

Kommunikationsmöglichkeiten in Gruppen werden ebenfalls logopädisch unterstützt. Ein weiterer Weg führt über Kommunikationshilfsmittel, die in Zusammenarbeit mit den Ergotherapeuten erprobt werden.