Miteinander zu mehr Selbstständigkeit

Eigenständigkeit wird durch Wohngruppen-Konzept gefördert

Der Normalität ein Stück näher kommen, ist der größte Wunsch vieler Menschen mit erlittener Hirnschädigung. Doch auch nach oft monatelangem Klinikaufenthalt ist eine Rückkehr in das Leben vor der Schädigung nicht immer möglich. Viele Betroffene benötigen Hilfe bei alltäglichen Dingen und können nur mit kompetenter Pflege und Betreuung ihrer Selbstständigkeit Stück für Stück näher kommen. Das zur Wicker-Gruppe gehörende Pflegezentrum „Am Laupark“ greift mit seinem Wohnkonzept hier ein. Neben einem intensiv betreuten Schwerstpflegebereich befinden sich in unserem Haus zwei Wohngruppen für je 16 Bewohner. Menschen zwischen 18 und 65 Jahren werden hier zu einem möglich selbstständigen Leben angeleitet und begleitet. Persönlich eingerichtete Zimmer, freundliche Gemeinschaftsräume und große Wohnküchen schaffen eine persönliche Atmosphäre und bieten trotzdem genug Sicherheit und Betreuung. Das eigene Lieblingsessen kochen, an Ausflügen teilnehmen oder das Therapieangebot im Haus wahrnehmen, all das ist gelebter Alltag in unserem Wohnheim.

Weil zum Alltagsleben aber auch Pflichten und Strukturen gehören, leiten wir unsere Bewohner auch hier an ihren Weg zu bestreiten. Regelmäßige Körperpflege, den Frühstückstisch decken oder das eigene Zimmer sauber halten, all diese Dinge sollen möglichst selbstständig erledigt werden. Qualifiziertes Pflegepersonal, erfahrene Therapeuten und freundliche Alltagsbegleiter stehen hilfreich zur Seite und unterstützen wo Hilfe gebraucht wird. „Manchmal reicht schon eine Erinnerung, und schon klappt es“ berichtet ein Krankenpfleger. und freut sich, dass auch langjährige Bewohner noch Fortschritte in ihrer Eigenständigkeit machen. Das Pflegezentrum „Am Laupark“ kann in dieser Hinsicht auf eine über 15 jährige Erfahrung zurückgreifen. „Bei der Gründung im Jahre 2000 waren wir eines der ersten Heime bundesweit, das junge Menschen in dieser Form bereut und gefördert hat“. Rund um die Uhr stehen diese den Bewohnern und ihren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite und helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Begleitung bei Arzt- oder Behördengängen, Einkaufstraining im nahegelegenen Supermarkt oder die aktive Teilnahme am Kulturangebot der Kurstadt, all das gehört zu unserem Wohngruppenkonzept.

„Das Irish Spring Festival war echt super“ freut sich Reiner G. und ist froh auch 12 Jahre nach seinem Schlaganfall das kulturelle Leben regelmäßig erleben zu können. Er ist wegen einer Halbseitenlähmung und neurologischen Störungen auf einen E-Rolli und Hilfe angewiesen, und hat vor 11 Jahren seinen Platz in unserer Wohngruppe gefunden. Museen besuchen, schwimmen gehen, oder die Besuche von Bundesliga Fußballspielen, all das hat er in seinem Leben nach der Schädigung erlebt. Mit dem hauseigenen Bus geht es wöchentlich ins Kino, zum Bowling oder an den nahegelegenen Edersee. Gesellige Spielrunden, gemeinsame Restaurantbesuche oder die nahegelegene Flaniermeile von Bad Wildungen erkunden sind weitere Beispiele für unser vielfältiges Freizeitangebot.

Ein weiteres wichtiges Standbein in unserem Wohngruppen-Konzept ist die hausinterne Arbeitstherapie. Hier können die Bewohner malen, werken oder durch Arbeitsaufträge einer internationalen Spritzguss-Firma etwas zusätzliches Taschengeld selbst erarbeiten. Konzentriert bei der Sache bleiben, Arbeitszeiten einhalten und die eigene Leistung wertschätzen sind die täglichen Ziele. „Es geht nicht um den materiellen Lohn, sondern um das erreichte Stück Selbstständigkeit“ erklärt der Arbeitstherapeut und sein Schützling ist stolz das Geld für einen Kaffeebesuch selbst erarbeitet zu haben. „Es fühlt sich gut an“ erklärt der 38 jährige und ist froh mit dem Wohngruppen-Konzept des Pflegezentrums „Am Laupark“ sein neues Zuhause gefunden zu haben, so selbstständig wie möglich!

Text: Tina Fischer